WHO / EU alamiert: Stoffwechselerkrankung Diabetes weiter auf dem Vormarsch

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Erkrankung des Stoffwechsels. Umgangssprachlich wird Diabetes oft auch als Zuckerkrankheit bezeichnet, da sie sich durch Probleme mit der Verarbeitung von Zuckermolekülen im Körper auszeichnet.

Alleine in Deutschland leben schätzungsweise rund sieben Millionen Betroffene. Das entspricht immerhin mehr als acht Prozent der Gesamtbevölkerung, wobei der weitaus größte Teil der Erkrankten unter Typ-2-Diabetes leidet.

Krankheitsbild

Wird dem Körper über die Nahrung Glucose zugeführt, gelangt diese durch die Verdauung ins Blut. Das sorgt für einen Anstieg des sogenannten Blutzuckerspiegels. Bei einem gesunden Menschen löst dieser Anstieg die Ausschüttung des Hormons Insulin aus.

Insulin wird durch die Bauchspeicheldrüse gebildet und dient dem Transport der Glucose in die Körperzellen. Im Prinzip wirkt es zu diesem Zweck wie ein Schlüssel, der die Zelle für die Glucose öffnet.

Auf diese Weise werden zum einen die Zellen mit benötigter Energie versorgt und zum anderen wird der Blutzuckerspiegel dadurch reguliert.

Bei Diabetes ist jedoch die Produktion von Insulin gestört. Die Bauchspeicheldrüse produziert es entweder gar nicht mehr oder in zu geringen Mengen, als dass es seine Funktion erfüllen könnte.

Formen

Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Formen von Diabetes. Man unterscheidet sie in Diabetes-Typ-1 und Typ-2.

Typ-1-Diabetes tritt deutlich seltener auf und betrifft nur rund 10 Prozent aller Fälle. Bei dieser Form ist die Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage ausreichend Insulin zu bilden.

Als Folge davon kann der Blutzuckerspiegel nicht reguliert werden und den Zellen fehlt die Glucose, die sie eigentlich als Energiequelle benötigen.

Um diese Folgen ihrer Krankheit zu umgehen, sind Patienten mit Diabetes-Typ-1 auf die Injektion von Insulin angewiesen und messen in diesem Rahmen auch regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel.

Sehr viel häufiger tritt Diabetes-Typ-2 auf. Bei dieser Art entwickelt sich zunächst eine Insulinresistenz. Diese hat dann im Laufe der Zeit eine Reduzierung der Bildung von Insulin zur Folge, was dann schließlich zu einem Insulinmangel führt.

Diabetes-Typ-2 kann durch entsprechende Veranlagungen in der Familie begünstigt werden. Hauptsächliche Ursache dürften allerdings zu wenig Bewegung und eine ungesunde Ernährung sein.

Aus diesem Grund betrifft Diabetes-Typ-2 auch vor allem Menschen mit Übergewicht. Obwohl diese Form der Zuckerkrankheit auch als Altersdiabetes bezeichnet wird, lässt sich in den letzten Jahren beobachten, dass immer mehr junge Menschen daran erkranken.

Behandlungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von Diabetes stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Welche davon die richtige ist, hängt von der Art sowie den jeweiligen Umständen ab.

Einen Bereich der Behandlung stellt die sogenannte Basistherapie dar. Dabei geht es vor allem um eine Veränderung der Gewohnheiten. Es wird auf eine ausgewogene Ernährung geachtet und mehr Bewegung in den Alltag integriert.

Bei übergewichtigen Patienten wird in diesem Zusammenhang auch eine Reduzierung des Gewichts angestrebt.

Darüber hinaus stellen Antidiabetika, die oral eingenommen werden können, zumindest bei Typ-2-Diabetes in einem frühen Stadium, eine mögliche Therapieform dar. Diese sollen den Blutzuckerspiegel senken und die Wirkung des Insulins erhöhen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten stellen die Verabreichung des Hormons GLP-1 sowie die Einnahme von Insulin dar.

In jedem Fall sollte die Diagnose Diabetes nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da die Erkrankung weitere Beschwerden nach sich ziehen kann, sofern sie nicht adäquat behandelt wird. Wer davon betroffen ist, sollte sich deshalb in jedem Fall Hilfe bei seinem Arzt holen.

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