Fracking – Wie hoch ist die Gefahr wirklich?

Es ist still geworden um das Thema „Fracking“, doch es ist immer noch nicht völlig vom Tisch. Im Gegenteil, momentan kursiert ein Gesetzesentwurf für die Fracking-Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten durch den Deutschen Bundestag. Zuletzt hat sich Widerstand in der SPD-Bundestagsfraktion gegen den Entwurf formiert.

Zeit, das Thema Fracking etwas näher zu beleuchten. Wie hoch ist die Gefahr für das Grundwasser? Bringt es energiewirtschaftlich wirklich einen Vorteil oder bremst es sogar die Energiewende aus?

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Mit Druck an Gas und Öl gelangen

Hydraulic Fracturing, so der Fachbegriff für Fracking, bedeutet übersetzt hydraulisches Aufbrechen. Dies ist auch genau das, was während des Vorgangs stattfindet. Nachdem eine Bohrung in das Gestein stattgefunden hat, die zumeist mehrere tausend Meter tief ist, wird unter einem Druck von mehreren hundert Bar eine Flüssigkeit, das sogenannte Fracfluid, durch das Bohrloch gepumpt.

Durch den Druck soll sich die Durchlässigkeit der Lagerstätte erhöhen und die darin befindlichen Gase und Öle sollen leichter zur Bohrung gelangen können. Als Fracfluid dient zumeist Wasser, was mit chemischen Zusätzen wie beispielsweise Quarzsand versetzt ist. Auch wenn die Thematik erst seit kurzem in der Öffentlichkeit kursiert ist Fracking eine relativ alte Methode. Bereits seit Ende der 1940er nutzt man Fracking zur Förderung von Erdgas- und öl.

Fracking-Boom in den USA sorgt für Chaos

Auch wenn Fracking bereits seit Jahrzehnten angewendet wird, hat erst der verstärkte Einsatz der Methode in den USA, der vor etwa 10 Jahren begann, dazu geführt, dass dort ein regelrechter Fracking-Boom eingesetzt hat. Dieser Boom führte dazu, dass der Erdgaspreis auf dem US-amerikanischen Energiegroßhandelsmärkten zerfiel.


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Seit 2013 versuchen die USA daher verstärkt Frackinggas nach Europa und Japan zu exportieren, um das Überangebot auf den heimischen Märkten zu verringern und den Preis zu stabilisieren. Seit dem dies geschieht, wird das Thema auch in Europa zunehmend kritisch diskutiert. Für die USA selbst ist Fracking geostrategisch von höchster Relevanz, da das Land dadurch seine energiewirtschaftliche Abhängigkeit von den arabischen Staaten mindert.

Experten bezweifeln allerdings, dass die Argumentation überhaupt der Realität entspricht, da die USA seit den 1970er Jahren keine geostrategisch relevanten Mengen an fossilen Kohlenwasserstoffen mehr aus dem arabischen Raum importieren. Unabhängig davon, haben die Ukraine-Krise und der Konflikt mit Russland dazu geführt, dass eine energiewirtschaftliche Unabhängigkeit von Russland an Relevanz gewonnen hat.

US-Politiker als auch die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, haben im Zuge des Russland-Konflikts Fracking als eindeutige Alternative zu russischem Gas genannt.

Kritik gegenüber der Methode vor allem durch Umweltschützer

Auch wenn die Flüssiggasförderung im geopolitischen Kontext eine Alternative darstellt, ist die Kritik an der Methode sehr laut. Vor allem die möglichen Umweltschäden werden harsch kritisiert. Durch die Druckbohrungen kann das Grundwasser verunreinigt werden. Neben den Chemikalien, die der Flüssigkeit beigemengt werden, können auch Gase und Öle selbst in das Grundwasser vordringen.

In den USA kam es in Gebieten die sehr stark durch Fracking geprägt sind bereits zu Fällen in denen brennbare Stoffe durch die Wasserleitungen in die Haushalte gelangten. Daneben kann auch das Oberflächenwasser durch zurückgepumptes Bohrwasser und die Chemikalien verunreinigt werden. Durch die Vibrationen im Rahmen des Bohrens befürchten Kritiker auch eine erhöhte Erdbebengefahr in den betroffenen Regionen, Experten bezweifeln dies allerdings.

Auch der negative Effekt für die Treibhausgasbilanz im Zuge von Fracking ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Auch wenn die Effekte der Schiefergasförderung wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt sind, so legen erste Erkenntnisse nahe das insbesondere entweichendes Methan im Zuge der Zwischenlagerung von Fracking-Wasser zu negativen Effekten führt.

Debatte in Deutschland

In Deutschland wird eine der kontroversesten Debatten zum Thema Fracking geführt. Dabei sind die Widerstandsgruppen sehr unterschiedlich und reichen von Wissenschaftlern über Bürgerinitiativen bis hin zu Brauereien. Letztere befürchten vor allem die Verschmutzung eines ihrer wichtigsten Rohstoffe, dem Quellwasser.

In rechtlicher Hinsicht sind heute noch viele Fragen zum Fracking ungeklärt, auch auf Grundlage einer unzureichenden Datenlage und wissenschaftlicher Erkenntnislage, was auch vom Umweltbundesamt betont wurde. So existieren bis heute keine rechtlichen und gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland, die das Thema Fracking regeln.

Im Frühjahr 2013 sprach sich der Sachverständigenrat für Umweltfragen gegen das Fracking aus, insbesondere aufgrund der Einflüsse auf den Gaspreis und damit die Versorgungssicherheit sowie dem bisher mangelhaften Kenntnissen zu den ökologischen und gesundheitlichen Risiken des Verfahrens. Inwieweit das Verfahren auch die Energiewende bremst, ist bisher wenig thematisiert wurden. Im Zuge des neuen Konflikts mit Russland, wird Fracking allerdings wieder an Relevanz gewinnen.

Wie gefährlich ist Fracking?

Wahrscheinlich haben Sie in letzter Zeit den Begriff „Fracking“ in den Nachrichten und in den Medien gehört. Vielleicht haben Sie sogar eine vage Vorstellung davon, was es bedeutet. Wenn Sie es nicht wissen, finden Sie hier eine Einführung in die Erdgasbohrung, das Fracking und die damit verbundenen Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Beim „Fracking“-Verfahren wird das Gestein mit Hilfe von Hydraulikflüssigkeit oder Wasser unter hohem Druck aufgebrochen, um Gas und Öl mit hoher Geschwindigkeit aus der Erde zu pressen. Dabei werden Erdgas und Erdöl freigesetzt, die zur Energiegewinnung genutzt werden können.

Besorgniserregend daran ist, dass Untersuchungen jetzt zeigen, dass diese Praxis zu einer großen Freisetzung von Methan, einem hochpotenten Treibhausgas, führen kann. Dieses Gas ist besonders bedrohlich, weil es in den porösen Gesteinsschichten eingeschlossen ist, was bedeutet, dass es in die Luft und dann in das Grundwasser entweicht. Wenn dies geschieht, fängt das Methan einen Großteil des Sonnenlichts ein, das das Methan erwärmt und ausdehnt, wodurch es viel effektiver wird, um Wärme in der Erdkruste einzuschließen. Infolgedessen glauben Experten, dass Methanemissionen zu einer katastrophalen globalen Erwärmung führen könnten.

Eine weitere große Sorge über die Auswirkungen von Hydraulic Fracturing ist die Verunreinigung der Trinkwasserversorgung. Laut der American Association of Petroleum Technologists besteht für bis zu sieben Millionen Amerikaner die Gefahr, dass sie ernsthafte Gesundheitsprobleme entwickeln, wenn sie den beim Bohrprozess verwendeten Chemikalien ausgesetzt sind. Dazu gehören so häufige Verunreinigungen wie Benzol, das mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen, einschließlich Leber- und Nierenerkrankungen, in Verbindung gebracht wird. Andere Verunreinigungen sind Ethylen und Propylenglykol, die ebenfalls ernsthafte medizinische Probleme verursachen können.

Es gibt zwei Arten von Erdgas, die im Marcellus-Schiefer vorkommen: horizontal und vertikal. Das Marcellus-Schiefergestein enthält große Mengen an Erdgas. Einer der Hauptgründe für die hohe Konzentration dieser natürlichen Ressource ist der Kalkstein, der unter der Erdoberfläche liegt. Wenn dieser Kalkstein aufbricht, kann Erdgas freigesetzt werden. Das bedeutet, dass alle Marcellus-Schiefer, die signifikante Mengen dieses Kalksteins enthalten, sorgfältig überwacht werden müssen, um mögliche Umweltschäden durch das Bohren und die Förderung von Erdgas zu vermeiden.

Ein großes Problem für die US-Bohrer, die unter dem Marcellus-Schiefer arbeiten, ist laut Experten das Vorhandensein von Druckwasser. Darüber hinaus haben viele Erdgasunternehmen in Gebieten gebohrt, in denen sie auf Druckwasser stoßen, wie z. B. im Grundwasserleiter von Texas. Das American Petroleum Institute (API) schätzt, dass unter dem Marcellus-Schiefer bis zu sechs Milliarden Gallonen Druckwasser eingeschlossen sein könnten. Das würde bedeuten, dass die Dicke dieses Wassers die Dicke des herausgepumpten Öls übertreffen könnte. Wenn dies eintritt, könnte es zu ernsthaften geotechnischen Problemen kommen, einschließlich möglicher Risse, eines Zusammenbruchs der Grundwasserleiter und/oder des Austretens von Kohlenwasserstoffen in den Grundwasserspiegel.

Ist Fracking gefährlich? Ja, das ist es. Es ist zu beachten, dass die massiven Wassermengen, die beim Hydraulic Fracturing verwendet werden, zu schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt führen können. Studien haben gezeigt, dass das Trinken von Wasser, das mit Bohrflüssigkeiten verunreinigt ist, eine Reihe von gesundheitlichen Problemen verursachen kann, von akuten Überschwemmungen bis hin zu Zittern und anderen Beschwerden.

Zusätzlich zu diesen gesundheitlichen Problemen könnte auch die schiere Menge an Erdgas, die durch Hydraulic Fracturing gefördert wird, eine große Umweltkatastrophe verursachen. Es wurden Studien durchgeführt, die darauf hindeuten, dass diese Praxis mit dem empfindlichen Ökosystem, das in diesem Gebiet existiert, unvereinbar sein könnte. Dies würde bedeuten, dass eine große Katastrophe ähnlich der in Texas, Oklahoma und New Mexico auftreten könnte. Wenn diese Schiefergasvorkommen nicht ordnungsgemäß verwaltet werden, könnten sie die Umwelt schwer schädigen. Aus diesem Grund hat die Obama-Regierung deutlich gemacht, dass sie den Einsatz von Hydraulic Fracturing zur Erdgasförderung nicht unterstützt.

Wird die Regierung von Präsident Obama daran arbeiten, alle Unfälle mit Hydraulic Fracturing in Pennsylvania zu regulieren? Obwohl niemand vorhersagen kann, was in Zukunft passieren wird, ist es offensichtlich, dass die Obama-Regierung die Probleme in Pennsylvania zur Kenntnis genommen hat. Sie hat deutlich gemacht, dass sie alle Bohrunfälle, die sich in diesem Bundesstaat ereignen, genau beobachten wird. Wenn Sicherheit für die Regierung oberste Priorität hat, wird sie sicher sein, dass sie alle notwendigen Gesetze und Vorschriften umsetzen wird. Hoffentlich wird dadurch ein weiterer katastrophaler Erdgasaustritt verhindert, der das Leben der Bewohner im zentralen Pennsylvania bedrohen könnte.

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