Der Konflikt mit Russland und die energiepolitischen Konsequenzen

Momentan wird kaum einem globalpolitischen Thema in Deutschland so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem Konflikt der westlichen Staaten mit Russland. Deutschland spielt in diesem Konflikt aufgrund der wichtigen Rolle in Europa, historischer Ereignisse und der geopolitischen Lage eine zentrale Rolle.

Auch die Energiewirtschaft blickt gebannt auf die Auseinandersetzung, denn bis jetzt ist noch nicht geklärt welche Rolle Russland, als Rohstoffexporteur, künftig einnehmen wird. Eines ist relativ sicher, ohne russische Gaslieferungen wird auch Deutschland energiewirtschaftlich ins Schwanken geraten. Doch welche Alternativen sind denkbar? Wie drängend ist eine Energiewende und zumindest annähernde Unabhängigkeit von ausländischen Energierohstoffimporten unter diesen Bedingungen?

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Russland der Rohstoffriese

Als flächenmäßig größtes Land der Erde verfügt Russland über eine Vielzahl an Rohstoffvorkommen. Neben Energierohstoffen sind dies vor allem Metalle der Stahl- und Aluminiumindustrie. Im energiewirtschaftlichen Bereich fördert Russland insbesondere Erdgas und Öl, gefolgt vom Kohleabbau.

So erzeugen die fossil betriebenen Wärmekraftwerke in Russland etwa 60 Prozent der gesamten Bruttostromproduktion von circa 850 Milliarden Kilowattstunden. Daneben konzentriert sich die russische Energieversorgung insbesondere auf Wasserkraft und Atomkraft. Bis 2020 plant die russische Regierung die Erhöhung des Kernenergieanteils auf etwa ein Drittel, sodass noch mehr Erdöl- und gas exportiert werden kann.

Damit zeigt sich bereits das Ausmaß der Nachfrage an fossilen Energierohstoffen aus Russland. Russland selbst ist in seiner Energieversorgung beinahe autark, da weitgehend alle Energierohstoffe im eigenen Land gefördert werden. Ganz im Gegenteil dazu ist Deutschland sehr stark von russischen Rohstofflieferungen abhängig. Russland deckt beispielsweise eine Drittel des deutschen Energiebedarfs mit seinen Rohstofflieferungen.


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Das Pipelinenetz, welches russisches Öl nach Europa transportiert reicht im Süden bis an die Adria Küste und im Norden bis an die Ostsee. Damit zeigt sich, dass die Abhängigkeit von russischem Öl kein deutsches sondern ein europäisches Problem darstellt.

Russland verfügt noch über ausreichende Vorräte

Schon jetzt verfügt Russland über ausreichend Kapazitäten an Öl- und Gasvorkommen. Doch zudem, werden noch enorme Gas- und Ölvorkommen in den nördlichen Regionen Russlands rund um die Arktis erwartet. Daneben ist bereits bekannt, dass Russland noch erhebliche Schiefergas- und Schieferölvorkommen hat, die durch die Technologie des „Fracking“ gefördert werden könnten.

Auch wenn die Situation stark für Russland spricht, sollte nicht außen vor gelassen werden das auch Russland selbst enorm von den Exporten abhängig ist. Die Exporte finden selbstverständlich nicht uneigennützig statt, denn Russlands Wirtschaft ist zu etwa 50 Prozent durch die Einnahmen aus dem Gas- und Ölexport finanziert. Energiepreisänderungen und Nachfrageschwankungen können daher erhebliche Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben.

Auch Russland ist daher abhängig und zwar von der Stabilität des Weltmarkts und der Nachfrage aus den Importländern, wie Deutschland. Im Gegensatz zu Deutschland verfügt Russland über so gut wie keine Ambitionen zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz. Momentan machen die erneuerbaren Energien beispielsweise gerade einmal 0,1 % des russischen Energieverbrauchs aus.

Russland ist sehr stark am Export interessiert

Das Russland alsbald die Lieferungen nach Europa einstellen wird, ist im Hinblick auf die ökonomische Abhängigkeit des Landes von den Exporteinnahmen sehr unwahrscheinlich. Dies zeigt sich auch am Projekt „South Stream“. Mit dem Projekt soll eine neue transnationale Pipeline von Russland nach Europa entstehen, die Erdgas transportieren soll. Im Zuge des Konflikts mit Russland stoppte die Europäische Union das Projekt South Stream im Juni 2014 vorerst.

Begründet wurde dies durch Bedenken Bulgariens und Serbiens, wobei Bulgarien, nach einer klaren Positionierung der EU-Kommission, am Bau festhalten möchte. Russland möchte den Bau unbedingt weiter führen, was zeigt, dass Russlands Interesse an Exporten höher ist, als das Interesse daran, energiewirtschaftliche Sanktionen in Richtung EU zu verhängen.

Doch was wäre im Worst-Case? Was wäre, wenn Russland im Zuge der Ukraine Krise wirklich einen Lieferstopp verhängt? Langfristig sind besonders die erneuerbaren Energien eine Chance, die Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu verringern.

Kurzfristig gibt es auf den Weltmärkten ein ausreichend hohes Angebot an Gas, sodass kurzfristige Lieferstopps abgedeckt werden können, allerdings zu wesentlich höheren Preisen. In der langen Frist wird die EU sehr wahrscheinlich Konsequenzen aus dem Konflikt ziehen und künftig auch andere Energieexporteure für die eigenen Importe in Betracht ziehen.

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