Landwirte: Produzenten von Nahrung und Energie

Ohne große, hochmoderne Landmaschinen kommt die Landwirtschaft heute nicht mehr aus, um immer größere Ackerflächen zu bewirtschaften und die steigende Weltbevölkerung zu ernähren. Doch die steigende Technisierung der Landwirtschaft bringt auch einen steigenden Energiebedarf mit sich.

Fast alle landwirtschaftlichen Maschinen benötigen erhebliche Mengen Diesel, um arbeiten zu können. Damit ist die Nahrungsmittelproduktion heute leider in erheblichem Maße von fossilen Rohstoffen abhängig, die nicht erneuerbar sind und befindet sich somit energetisch gesehen in einer Sackgasse.

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Auch die von den Dieselabgasen erzeugten Schadstoffe sorgen für Bedenken an dieser Antriebsmethode. Dabei hat die Landwirtschaft einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Industrien: sie ist nicht nur Konsument, sondern zugleich auch Produzent von Energie. Die Landwirtschaft ist eine Branche, die in der Lage ist, selbst grünen Strom von Solarzellen, Windkraftanlagen und Biogasanlagen zu produzieren.

Dazu ist sie prädestiniert, da sie über große Flächen verfügt, die dafür nötig sind, und sie auch Ölpflanzen anbauen oder Biogas aus Tierdung oder Kompost gewinnen kann. Die Nutzung der erneuerbaren Energien, die sie selbst erzeugen, erlauben es den Landwirten, nicht nur Geld zu sparen, sondern sich auch von den Entwicklungen auf den Energiemärkten unabhängig zu machen.

Daher entwickeln auch die großen Landmaschinenhersteller immer mehr Maschinen, die sich diese Energien zu Nutze machen können. Besonders Traktoren, die wichtigsten Hilfsmittel für Landwirte, sind hierfür gut geeignet. Hier einige Anwendungsbeispiele für erneuerbare Energien zum Betrieb von Landmaschinen.


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Strom

Elektroautos werden auf europäischen Straßen immer beliebter, denn sie gelten als umweltfreundlich und kostengünstig. Nicht verwunderlich also, dass auch Traktorhersteller versuchen, sich diesem Trend anzuschließen. Als problematisch erweist sich allerdings bislang die Speicherkapazität der Batterien.

Nach dem heutigen Stand der Technik sind die verfügbaren Batterien nicht stark genug, um dem Traktor eine für den Landwirt interessante Autonomie zu gewährleisten. Die amerikanische Firma John Deere, die sich oft als Vorreiter für alternative Antriebssysteme für Landmaschinen engagiert, hat als erster Hersteller einen Prototypen für einen vollelektrischen Traktor herausgebracht. Dieser Prototyp mit einer beachtlichen Leistung von rund 400 PS hat allerdings nur eine Autonomie von einer Stunde. Schätzungen zufolge, werden erst in 10 – 15 Jahren elektrische Traktoren serienreif werden, die einen mehrstündigen Arbeitstag ohne Nachladen überstehen.

Bis dahin wird eher auf hybride Lösungen zurückgegriffen, bei denen ein zusätzlicher elektrischer Antrieb den Dieselmotor entlastet. Auch hierbei hat John Deere eine innovative Lösung entdeckt und eine externe Batterie entwickelt, die optional am Traktor angebracht werden kann, um ihm zusätzliche Energie zu liefern. Aufgeladen werden kann der sogenannte “Battery Boost” mittels Wind- oder Solarstromanlagen, falls der Landwirt über solche verfügt.

Pflanzenöl

Eine weitere Energiequelle, die speziell für Landwirte interessant sein kann, ist Pflanzenölkraftstoff. Am weitesten verbreitet ist in unseren Breiten Rapsöl als Treibstoff, der anstelle von Diesel eingesetzt werden kann. Die Verwendung von Pflanzenöl ist heutzutage technisch einfacher umsetzbar als Elektrotraktoren.

Eine einfache Umrüstung reicht aus, um selbst einen klassischen Traktor für den Betrieb mit Öl klar zu machen. Viele Werkstätten haben bereits das Potenzial dieser Antriebsart erkannt und bieten hausgemachte Umrüstungen auf Rapsbetrieb an. Dazu muss lediglich neben dem Dieseltank ein zweiter Tank für das Rapsöl eingebaut werden. Dann kann der Motor zuerst mit Diesel starten und dann auf den Rapsölbetrieb umschwenken, sobald das Öl dazu warm und flüssig genug ist.

Allerdings haben auch einige Hersteller das Potenzial von Pflanzenöl erkannt und bieten ab Werk für den Pflanzenölbetrieb geeignete Traktoren. Dafür gibt es zwei verschiedene Ansätze: entweder werden die Traktoren vom Hersteller mit zwei Tanks versehen und funktionieren dann genauso wie umgerüstete Traktoren.

Oder der Traktor hat nur einen einzigen Tank, der allerdings sowohl mit Diesel als auch mit Pflanzenöl befüllt werden kann. Pflanzenöl ist ein schönes Beispiel für regenerative Energie im wahrsten Sinne des Wortes, da die Pflanzen stetig nachwachsen und somit eine dauerhafte Energiequelle sind. Bei der Gewinnung von Öl aus Rapspflanzen entsteht zudem eiweißhaltiger Rapsschrot, der als     Futtermittel für Nutztiere eingesetzt werden kann. Somit füttern die Rapspflanzen nicht nur die Maschinen, sondern auch die Tiere des Landwirts.

Biomethan

Besonders für Landwirte mit Tierhaltung bietet sich noch eine dritte Antriebsmethode an, die ebenfalls eine vielversprechende Alternative zu Diesel darstellen kann: Biomethan. Biomethan wird aus Biogas gewonnen und erreicht durch Aufbereitung die Qualität und die Eigenschaften von Erdgas. Biogas entsteht bei der Vergärung von organischem Material unter Abwesenheit von Sauerstoff.

Dieses organische Material können beispielsweise organische Abfälle oder Kuhdung sein – beides Stoffe, die der Landwirt zur Genüge verfügbar hat. Außerdem fallen bei der Vergärung der Bioabfälle sozusagen als Nebenprodukte Flüssigdünger und Kompost an, die selbst Öko-Landwirte zur Düngung ihrer Felder einsetzen können.

Daher könnten Biogasanlagen auf landwirtschaftlichen Betrieben eine lohnende Investition für Landwirte sein. Allerdings fehlt es heute noch an kostengünstigen Aufbereitungsanlagen für landwirtschaftliche Biogasanlagen, die zur Gewinnung von Biomethan aus Biogas notwendig sind.

Als Treibstoff für Fahrzeuge ist Biomethan bestens geeignet, da es deutlich weniger Schadstoffemissionen produziert als Diesel und dabei auch noch kostengünstiger ist. Nicht verwunderlich also, dass Traktorhersteller auch diese Antriebsmethode nicht ungenutzt lassen. Die finnische Firma Valtra beispielsweise hat Traktoren auf den Markt gebracht, die mit einem Gemisch aus Diesel und Biomethan fahren können. In welchem Verhältnis Diesel und Biomethan jeweils verbraucht werden, hängt von den verschiedenen Einsatzbedingungen ab.

Wenn der Motor warmgelaufen ist und schwere Arbeit verrichtet, kann der Anteil an Biomethan auf bis zu 90% steigen. Der Traktorhersteller Deutz-Fahr hat in Zusammenarbeit mit dem Motorenhersteller Deutz AG und der Universität Rostock den Prototypen eines komplett mit Methan betriebenen Schleppers entwickelt. Er beruht auf dem Deutz-Fahr 5120C, dessen Motor speziell angepasst wurde.

Um allein mit Methan (Erdgas oder Biogas) laufen zu können, wurden unter anderem die Dieselinjektoren durch Zündkerzen ersetzt. Allerdings hat der vollgetankte Methan-Traktor eine geringere Reichweite als sein Pendant mit Dieselantrieb, weshalb er hauptsächlich als Hof- und Pflegeschlepper interessant sein wird.

Diese Beispiele zeigen, dass Landwirte heutzutage in der Lage sind, ihren eigenen Treibstoff herzustellen. Fortschritte in der Entwicklung von Landmaschinen tragen dazu bei, dass Landwirte immer mehr von externen, fossilen Energiequellen unabhängig werden können. Das schont nicht nur ihren eigenen Geldbeutel sondern auch die Umwelt.

Viehzucht und der Klimawandel: vegetarisch für die Umwelt?

Zunächst mag man es nicht in Verbindung bringen: Vegetarisch leben und auf Fleisch verzichten und damit gleichzeitig etwas für die Umwelt tun. Doch es stimmt tatsächlich: Wer vegetarisch isst und damit nicht die Viehzucht unterstützt, unterstützt automatisch die Umwelt. Denn die Viehzucht zieht viele negative Aspekte mit sich, die sich letztendlich auf die Umwelt und damit auch auf das Klima auswirken. Angefangen bei der Rodung. Zum einen brauchen die unglaublichen Mengen an Tier auch genügend Platz. Das heißt, dass Regenwald und andere Wälder weichen und Farmen angelegt werden müssen. Dadurch sind die Regenwälder um die Hälfte geschrumpft!

Futtermittel und Methan

So viel Rind hat unglaubliche Ausdünstungen. Das mag zunächst lustig klingen, ist aber eine Katastrophe für das Klima. So verursacht der Methan-Ausstoß durch Vieh ungefähr die Hälfte von dem von Menschen verursachten Treibhauseffektes! Und das ist noch immer nicht alles. Denn das Vieh muss natürlich gefüttert werden. Auch hierzu müssen riesige Plantagen angelegt werden. Das Kuriose daran ist: Mit den Plantagen, die für die Futtermittel angelegt werden, könnten den gesamten Hunger der ganzen Welt stillen! Und das Vieh muss nach der Schlachtung natürlich auch weiter transportiert werden, wodurch wiederum die CO2-Ausstöße steigen, denn pro KG Fleisch müssen rund 250 KM gefahren werden.

Was tun?

Was kann man also tun, um diesen Aspekt zu vermeiden? Wie bereits erwähnt: Vegetarisch leben. Denn hier ist die Verbindung zwischen Umweltschutz bzw. Klimaschutz und Vegetarismus. Aber man kann auch das Fleisch direkt vom Bio-Bauern kaufen. Hier fallen nämlich die langen Transportwege und die enorme Rodung von Wäldern weg. Zudem unterstützt man durch den Kauf bei regionalen Bauern die regionale Wirtschaft. Zudem kommt es zu einem geringeren Ausstoß an Methan, denn das Weidegras ist wesentlich bekömmlicher als das andere Futtermittel. Vegetarismus scheint dennoch die bessere Alternative zu sein.

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